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Die Sammlung

Herzstück der Sammlung sind jene Meerschaumprunkpfeifen, die 1873 anlässlich der Wiener Weltausstellung angefertigt und von Austria Tabak bereits damals als Grundstein für eine tabakhistorische Sammlung angekauft wurden.
So zum Beispiel diese als gotischer Turm gestaltete Pfeife, deren Figuren die Kunst, den Handel, die Wissenschaft und die Technik darstellen.

MeerschaumpfeifeMeerschaumpfeife, Wien 1873
Meerschaum, Silber
25 x 24 cm
Inv. Nr. 186
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Jahrelange sorgfältige Sammlungstätigkeit ließ eine kulturhistorische Sammlung entstehen, die über 500 Jahre Tabakgeschichte umfasst.
Von der Entdeckung des Tabaks für Europa, wo er zunächst lediglich als Zierpflanze in botanischen Gärten gezogen wurde, durch Christoph Columbus im Jahr 1492 bis zum Siegeszug der Zigarre und Zigarette im 20. Jahrhundert reicht der kulturhistorische Bogen, den diese Sammlung umspannt.

Von großer Bedeutung war der Tabak bis Ende des 18. Jahrhunderts auch als medizinisches  Heilmittel. Als solches wurde er äußerlich - zu Salbe oder öl verarbeitet - angewandt, aber auch in Form von Sirup eingenommen oder einfach geschnupft.

Der QuacksalberWillem van Mieris (1662-1747): Der Quacksalber, Niederlande 1710/15
öl auf Holz
54,5 x 48,9 cm
Inv. Nr. 7706
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Auf dem Bild "Der Quacksalber" finden sich alle Accessoires, die man zum Rauchen von Tonpfeifen benötigte: ein Kohlebecken gefüllt mit Holzkohle, eine gefüllte Tabakdose und eine Pfeife aus Ton.
In Holland entwickelte sich vor allem die Stadt Gouda seit dem frühen 17. Jahrhundert zu einem Zentrum der Pfeifenbäckerei.

Um sich vom einfachen Volk mit seiner Tonpfeife zu distanzieren, kultivierte der Adel vor allem im 18. Jahrhundert das Schnupfen des Tabaks. Dieser wurde hierzu mit Gewürzen wie Rosmarin, Lavendel oder Nelken aromatisiert und gebeizt und anschließend zu sogenannten "Karotten" gedreht. Der in Form dieser Karotten verkaufte Tabak musste für den täglichen Gebrauch mit Hilfe einer Tabakraspe gerieben werden.
Wichtigstes Utensil der Tabakschnupfer war die Schnupftabakdose. Sie war nicht nur Aufbewahrungsort des geriebenen Tabaks, sondern zu gleichem Teil auch modisches Accessoire. Als solches musste sie auf die Kleidung des Besitzers und den entsprechenden Anlass abgestimmt sein, wodurch der Besitz einer einzigen dieser Dosen bei weitem nicht ausreichend war. Friedrich der Große hinterließ zum Beispiel eine 1500 solcher Dosen umfassende Sammlung.

SchnupftabakdoseSchnupftabakdose, ca. 1755-1765
Achat, Brillanten, Gold
8,8 x 7 x 4,3 cm
Inv. Nr. 13052
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Im 19. Jahrhundert wiederum kehrte man auch in besseren Kreisen zum Rauchen des Tabaks zurück. Einerseits in Form der neumodischen Cigarros, welche aus den spanischen Kolonien in Amerika importiert worden waren, andererseits kam auch das Pfeiferauchen wieder in Mode.

Der Tabakkonsum war inzwischen eine rein männliche Angelegenheit geworden, Damen waren  davon ausgeschlossen. Die Herren zogen sich zum Tabakgenuss in den Rauchsalon oder das Kaffeehaus zurück.
Der Tabakpfeifenhändler im KaffeehausGeorg Ferdinand Waldmüller: Der Tabakpfeifenhändler im Kaffeehaus, Wien 1824
öl auf Holz
86,5 x 71 cm
Inv. Nr. 5500
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In der Pfeifenproduktion wurde gegenüber dem bisher gebräuchlichen Ton anderen Materialien der Vorzug gegeben. Eines der exquisitesten Materialien zur Pfeifenherstellung war der eingangs bereits erwähnte Meerschaum, ein Verwitterungsprodukt des Serpentins.
Neben den besonders während des Biedermeier beliebten Porzellanpfeifen wurde auch aus Wasserpfeifen (Nargileh), aus orientalischen Tonpfeifen mit bis zu zwei Metern Länge (Tschibuk) und auch aus Holzpfeifen geraucht. Letztere waren bei Handwerkern und Bauern sehr beliebt, da sie billig und einfach  selbst herzustellen waren.

Die heute gebräuchliche Zigarette wurde schließlich während des Krimkrieges in Mitteleuropa verbreitet. In Wien war sie zunächst Markenzeichen der unteren Bevölkerungsschichten, bis sie um die Jahrhundertwende zum meistverbreiteten Tabakprodukt wurde.

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